Kategorie: Länder

Libra

Was wir hier sehen ist das Konsortium an Firmen, das sich noch vor dem Start des „Facebook-Coin“ Libra gegründet hat, um das Konzept der digitalen Währung des sozialen Netzwerks zu unterstützen, und dazu auch noch in einer einzigen Graik:

Gefunden bei „Hackernoon“

Dieses Thema ist so dermaßen heiß diskutiert diesen Sommer, man möchte meinen, es sei eine Revolution. Und die Debatte ist nach wie vor ongoing.

Selbst auf Länderebene wird darüber diskutiert und was noch viel interessanter ist, davor gewarnt: G7-Staaten warnen vor Facebook-Geld Libra | heise online:

„The Facebook proposal to create a new cryptocurrency as part of its broader Libra project raises profound questions about national sovereignty, corporate power, consumer protection, competition policy, monetary policy, privacy and more…. We call on Congress and regulators to impose a moratorium on Facebook’s Libra and related plans until the profound questions raised by the proposal are addressed.“

Facebook hat derzeit die Sozialkontaktdaten von offiziell 2,38 Milliarden Menschen in seinem Besitz. Das entspricht etwa 30% der Weltbevölkerung. Nicht auszudenken, was passieren würde, würde diese „virtuelle Riesen-Nation“ plötzlich eine eigene Währung einführen und sich von Banken unabhängig machen wollen.

Dabei ist nicht einmal klar derzeit, was „Libra“ überhaupt sein soll.

Laut Facebook soll es keine Kryptowährung sein, sondern eine „Digitalwährung“, die zuerst für das soziale Netzwerk, sowie den Messenger WhatsApp zur Verfügung stehen soll. Dagegen spricht allerdings die Nutzung von Blockchain-Technologie und das Einführen einer eigens entwickelten Wallet namens „Calibra“ (joa, so wie der Opel damals…), siehe diesen Tagesschau-Artikel.

Unser aktueller Senf dazu:

1) das Konzept kommt mindestens 2-3 Jahre zu spät
2) Libra ist nicht dezentral, ein Key Feature jeder zukunftsfähigen Kryptowährung
3) Libra ist nicht open-source, ein weiteres Key Feature jeder zukunftsfähigen Kryptowährung
4) solange es keine wirklich neue Kryptowährung ist, die sich mit etablierten wie Bitcoin, Ether, Litecoin, etc. messen lassen wird, wird das nichts
5) die Unterstützer-Riege sind die „DAUs der Kryptothemen“ und finden keinen alternativen Ausweg mehr
6) was sind die Benefits entgegen z.B. dem Konzept PayPal allein? Wir sehen keine aktuell
7) einen zynischeren Namen für neues Kryptogeld hätte gerade Facebook nicht mehr wählen können

Wir sind gespannt, wie und was sich bis 2020 hier noch ereignen wird und bleiben natürlich dran an dem Thema.

Schöne Kryptogeld-Ferien wünscht,
kryptogeld.io

Kryptogeldfreundliche Ballungszentren

ETC Wallpaper - Ethereum Classic ATM
Oben: leider kein wirklicher Ether-Automat…

Wir fanden einen Beitrag zu den „bitcoinfreundlichsten Städten“ der Welt.

Die Hauptstadt Deutschlands ist zwar dabei, in einem älteren Beitrag auf kryptogeld.io hatten wir allerdings darauf hingewiesen, dass das zentraleuropäische Land nach wie vor nicht zu den kryptogeldfreundlichsten Europas gehört.

Die Liste ist daher mit Vorsicht zu genießen, aber dennoch sehr informativ:

https://dailyhodl.com/2019/02/09/top-10-bitcoin-friendliest-cities-in-the-world/.

Kudos auch an die Macher von dailyhodl.com: auf diesen Domainnamen wären selbst wir nicht gekommen. ^^

Vorgestellt: der Petro

Auf ihm ruhen große Hoffnungen eines sehr armen und korrupten Landes:

venezuelan_petro
Logo des Petro aus Venezuela

Der Petro.

Eine auf dem asiatischen XEM aufbauende Kryptowährung (bzw. Kryptowährungs-Idee) Venezuelas. Nur nicht minebar. Und bisher so gut wie unmöglich zu erhalten.

Die Nachrichtenagentur Reuters beleuchtet in einem sehr ausführlichen und interessanten Artikel, was aus dieser Idee geworden ist:

https://reuters.com/article/us-cryptocurrency-venezuela-specialrepor/special-report-in-venezuela-new-cryptocurrency-is-nowhere-to-be-found-idUSKCN1LF15U. [via]

Generell finden wir die Idee hier bei kryptogeld.io zwar sehr gut, doch trauen wir der korrupten Regierung Venezuelas eine „artgerechte“ Durchsetzung gegenwärtig nicht zu.

In dem Artikel wird auch mehrfach deutlich, woran es derzeit krankt und warum.

Eines der Hauptprobleme sehen wir derzeit in dem Nichtvorhandensein der Deckung durch das Öl, wie von der Regierung Maduro eigentlich versprochen.

Weitere Probleme findet man auch immer wieder auf aktuellem Stand im offiziellen Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Petro_(Kryptow%C3%A4hrung).

Die egozentrische Finanzkrieg-Amokfahrt der USA führt übrigens dazu, dass dieses Konzept durch den Westen drangsalierter Länder mittlerweile Schule macht: auch der Iran plant nach dem Inkrafttreten von neuen US-Sanktionen eine eigene Kryptowährung. Zum Leidwesen der wenigen noch verbliebenen seriösen Geschäftemacher der globalen Finanzwelt, dürfte es nicht bei nur einem weiteren Land bleiben.

Deutschland: Kryptogeld-ATM-Brachland

Wer eine Art „ultimativen Beweis“ sucht, dass das riesige, über 80 Millionen Einwohner zählende europäische Land Deutschland IT-technisch niemals auf dem Stand der Zeit ist, der wird z.B. mit einer Android-App wie CoinATMRadar fündig:

Deutschland: Kryptogeld-ATM-Brachland
Deutschland: Kryptogeld-ATM-Brachland

Das ist ein aktueller Screenshot aus der App, die eigentlich nach Automaten zum Tausch von FIAT-Währungen in Kryptogeld suchen soll.

Das arme Riesenland Deutschland hat keinen einzigen!

Jeder deutsche Staatsbürger, der sein eigenes, hart verdientes Geld in die Zukunftstechnologie Blockchain auf deutschem Grund investieren will, kann das nicht machen, er muss erst ins europäische Ausland fahren.

Leben die Deutschen wirklich im Jahr 2018?

Laut heise.de sind daran „Beschränkungen der Bafin“ schuld. Die BaFin nennt sich ausgesprochen „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“ und beschäftigt 2700 Mitarbeiter. Eine Anstalt, war ja klar! Warum und was genau die auferlegten Beschränkungen sein sollen, bleibt der verlinkte Artikel leider schuldig.

Wir nehmen das jetzt mal als gegeben hin und akzeptieren heute mal diese Argumentation. Sie klingt nicht nur schön offiziell, sondern verschleiert auch eine mehr als nötige Grundsatzdiskussion. Im Jahr 2018 ignoriert das ehemalige „Land der Dichter und Denker“ lieber die eigene, mühselig erarbeitete Diskussionskultur und twittert lieber voller Hass und Dummheit gegen Migranten. Irgendeinen Zeitgeist muss man bedienen, wie es dort scheint.