Kategorie: Fachbegriffe

Ein digitaler Euro!?

Aus dem Nirgendwo erschien Anfang des Monats Oktober die Pressemeldung, dass die europäische Zentralbank (EZB) sich ab dem 12.10.20 an einer eigenen Kryptowährung versucht, dem „Krypto-Euro“.

Euro

Dazu EZB-Chefin Christine Lagarde:

„Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen in unsere Währung zu sichern“, erklärte Lagarde. „Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass der Euro für das digitale Zeitalter gerüstet ist.“ – Zitat DER SPIEGEL

Die Testphase geht nun wohl bis Mai 2021, danach will man sich entscheiden, ob das Pilotprojekt weitergeführt wird.

Bei über 7000 Kryptowährungen, die derzeit auf dem Markt sind, erschließt sich uns eine derartige Maßnahme nicht direkt. Ferner lässt die Verlautbarung der EZB-Chefin auch vermuten, dass Vertrauen in den Euro bereits verloren ging, dass man sich nun schnellstens digitaler Hilfsmittel behelfen muss. Das ist kein wirklich tolles Statement der Zentralbank Europas zur Gemeinschaftswährung.

Was die EZB vor hat, wird nun in diversen Szenarien erprobt, als da wären:

  • eine erhöhte Nachfrage nach elektronischen Zahlungsmitteln im Euroraum
  • eine deutlich geringere Nutzung von Bargeld
  • europäisches, risikofreies digitales Zahlungsmittel
  • Einführung eines weltweiten privaten Zahlungsmittels wie Libra von Facebook
  • Evaluierung von Risiken für die Finanzstabilität und den Verbraucherschutz
  • ein digitales Gegenstück zu den Euro-Banknoten

Sogar ein Lockvogel-Angebot kursiert bereits: wir wissen zwar nicht, wie man im gesamten Euroraum von einem „durchschnittlichen monatlichen Nettohaushaltseinkommen von 3000 Euro“ ausgehen kann, aber man bekommt bis zu dieser Summe „attraktive Zinsen“ (0,01%?) und ein „kostenloses Konto für digitales Zentralbankgeld“. Ahh, ja!

Hinweis: es ist nicht April und diese Meldung ist seriös und echt.

Vorläufiges Fazit: wir fühlen uns eher an die Kryptowährung Petro aus Venezuela erinnert. Immerhin: die Regierung Venezuelas versuchte das Rad nicht neu zu erfinden, sondern bedient sich der bereits funktionierenden Kryptowährung XEM. Wir haben bis heute nichts mehr davon gehört und nehmen an, es war ein totaler Flop.

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Dritte Halbierung bei Bitcoin in diesen Tagen

2012.
2016.
2020.

Seit Bestehen der Kryptowährung Bitcoin steht nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl Blöcken (210.000) dieser Tage die erst dritte Halbierung an, das sogenannte halving. So will es das 2008 von dem Hacker bzw. Hackerkollektiv Satoshi Nakamoto programmierte Protokoll. Einer Inflation soll so vorgebeugt werden, der Sinn einer begrenzten, an Wert gewinnenden Währung erhalten bleiben.

Mining bitcoins
Oben: Bitcoin-USB-Miner der ersten Generation beim Erzeugen der Digitalwährung, ca. 2013/2014

Wer es schafft einen neuen Block zu errechnen und es in die Blockchain einzutragen (heutzutage mit handelsüblicher Hardware ein Ding der Unmöglichkeit), erhält ab Ende dieser Woche „nur“ noch 6,25 statt der seit 2016 versprochenen 12,5 Bitcoins. Laut dem aktuellen Kurs sind das derzeit immer noch rund 50.000€…

Überhaupt, der Kurs: er ist jüngst wieder beim Stand von vor dem Ausbruch der weltweiten Coronakrise angekommen, kratzt wie das letzte Mal am 19. Februar hart an der Grenze zur psychologisch wichtigen Marke von 10.000$. Es wird wieder spekuliert, was das Zeug hält, Krise hin oder her. Denn: wie immer rechnet so mancher Miner und andere Spekulant mit einer satten Preissteigerung durch das Event des halving.

Wir wünschen es dem Bitcoin! Und werden selber mitspekulieren, natürlich über unseren Hausbroker Bitpanda. Es werden keine hohen Beträge sein. Doch wie sagte Großmutter immer: „Kleinvieh macht auch Mist!“ 😉

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Rankings von DApps

Was eine DApp ist, ist mittlerweile schnell erklärt.

Welche DApp wirklich erfolgreich ist, sowie Details zu dieser Applikation und auf welcher Technologie diese aufbaut, dagegen weniger.

Wie gut, dass es mittlerweile Ranking-Webseiten von DApps gibt, die uns helfen Licht in das DApp-Dunkel zu bringen!

Zwei davon wollen wir mit diesem Beitrag vorstellen.

* State of DApps

StateOfDApps-Screenshot

Macht was es soll und ist auch sehr übersichtlich
Man kann filtern nach Plattform (z.B. Ethereum, EOS, etc.) oder Kategorie. Farblich hinterlegt sind Kategorien, Plattformen grau.
Benutzeraktivität wird auf einen Blick für 7 und 30 Tage ersichtlich.
Umsatz sowie Nutzer in den letzten 24 Stunden ebenso.
Das Interface ist derzeit für sechs verschiedene Sprachen erhältlich.
Gegründet um 2017/2018(?).
Kommunikation mit dem Team möglich über Twitter, Telegram (empfehlen wir aus Sicherheitsgründen nicht), Steem, etc.

* DappRadar

DappRadar-Screenshot

Macht was es soll, wenn nicht gerade Cloudflare ausfällt…
Filterung nach Kategorie oder Protokoll, ähnlich wie andere Anbieter
Nutzer, Umsätze, Transaktion und Aktivität auf einen Blick ersichtlich
Mittlerweile größerer Bekanntheitsgrad
Interface in vier Sprachen
Gegründet 2018
Großes Plus ist die Transparenz der genutzten Techniken/Quellen
Kommunikation zum Team über Facebook, Twitter, reddit, etc.

Wir sehen, in welche Richtung es hier geht, gehen soll.

Ob das jetzt zwei, vier oder hundert erhältliche Anbieter im Internet sind, die uns die gesuchte Information zur Verfügung stellen, ist eigentlich egal. Wir haben aktuell auch gar keine Präferenz. Beide Aggregatoren gehören, auch wenn erst 2017/2018 gegründet, zu Pionieren auf dem Gebiet. Es werden also nicht weniger werden und wir sind sicher, dass beide noch wichtiger werden die nächsten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte.

Wir von kryptogeld.io sind immer auf der Suche nach „was Fleischigem“. Auch wir haben uns mittlerweile durch unzählige Whitepaper gewühlt, Kryptogeld-Projekte kommen, und auch oft viel zu schnell sterben sehen. Für uns ist am Ende am Wichtigsten, was kommt eigentlich, wenn überhaupt, bei der jeweiligen, im Whitepaper meist sehr großspurig angekündigten, neuen Entwicklung tatsächlich heraus? Und hier bieten beide Plattformen eine essentielle Wissensgrundlage, die man nicht nur im Hinterkopf behalten sollte, wenn man in Blockchain-Plattformen investieren will.

Was bisher auch auffällt: an Ethereum kommt auf dem Gebiet niemand vorbei. Verständlich, Smart Contracts und DApps wurden durch das von Vitalik Buterin gegründete Projekt erst richtig populär. Und wir reden hier von einem absolut mickrigen Zeitraum: 2015 bis heute.

Wir sind gespannt, wie es hier weiter geht und wünschen uns natürlich nicht nur richtig viele geile, faszinierende DApps, sondern auch die eine oder andere weitere Plattform, die solche neuen Programme ermöglicht! Und nie vergessen: streng genommen muss eine Plattform für diese Art Programm dezentral ausgelegt sein. Gegen wen dieser Seitenhieb aktuell gemeint ist: selber rausfinden, z.B. über das Kryptowiki! ^^

Happy Coding,
kryptogeld.io

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Blockchain-Gaming

Frohes Neues! Keep HODLing!

Mit unserem ersten Beitrag im brandneuen Jahr 2020 wollen wir einen Blick riskieren auf eine völlig neue Domain des Gaming: Blockchain-Gaming!

Blockchain-Games via whatoplay.com

Der Review-Aggregator whatoplay listet aktuell 388 auf einer Blockchain basierende Videospiele, die man sich mit einer Dropdown nach Genre sortiert anzeigen lassen kann:

https://whatoplay.com/blockchain/.

Natürlich sind die „Blockbuster“ darunter, wie das 2017 gestartete „Cryptokitties“ oder „Etherions“ aus 2018, doch um zu seinem individuellen Geschmack ein passendes Spiel zu finden ist man doch eine Weile mit Recherche beschäftigt.

Absoluter Link-Tipp!

Wer mag, der findet auch rechts von der Auflistung in einer Art Sidebar MitspielerInnen oder entsprechende YouTube-Kanäle.

Blockchain-Games gehören von der Definition her zu den sogenannten DApps, also werden als dezentrale Applikationen bezeichnet. DApps werden als mögliche „Killer-Applikation“ von Blockchain-Systemen gehandelt und sollen auf lange Sicht der Technologie zum Durchbruch verhelfen. Jedoch sind nicht alle DApps damit automatisch dem Gaming zuzuordnen. Denkbar wäre eben auch ein Betriebssystem oder eine App wie Google Earth auf dieser Grundlage.

Zum Schluss noch der Hinweis, dass die Nutzung der Games immer auch Gebühren in Form von Token kostet. Eine entsprechende Session kann da sehr schnell teuer werden.

Ferner warten wir hier noch auf einen Meilenstein à la couleur „GTA“, „Starcraft“ oder „Final Fantasy“ – und hier sind auch gegenwärtig viel mehr Parameter als nur Geduld gefragt. Dennoch: ein erster Anfang ist hier definitiv gemacht.

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Visualisierungen zur neuen Kryptogeld-Wirtschaft

Alles sieht schöner und verständlicher aus, wenn es in bunte Grafiken verpackt wird!

So oder so ähnlich haben das wohl auch die App-Entwickler von Abra gedacht und zahlreiche nützliche und mit hohem Informationsgehalt gefüllte Visualisierungsgrafiken zur New Economy der Kryptowährungen erstellt.

Eine widmet sich z.B. den verschiedenen Arten von Kryptogeld, die wir hier direkt einbinden möchten:

Die Themen der weiteren Grafiken in der Kurzübersicht:

* das Kryptogeld-Ökosystem
* Vorteile für das digitale Finanzwesen
* Kategorien
* Taxonomie bzw. Arten (siehe oben)
* Wachstum der Kryptogeld-Wirtschaft
* kurzer Ausblick zum Abschluss

In voller Größe und weiteres Detailwissen dazu findet man bei den Kollegen von Visual Capitalist: https://www.visualcapitalist.com/visualizing-the-new-cryptocurrency-ecosystem/.

Mit diesem Beitrag verabschiedet sich das Team von kryptogeld.io von 2019!

Wir hoffen Ihr hattet eine Menge (Lese-)Spaß bei uns und konntet viel Neues mitnehmen wie wir auch!

kryptogeld.io wünscht Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Empfehlen Sie uns weiter und auf bald,
herzlichst, kryptogeld.io

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Wissenschaftliche Studie: Energiehunger von Bitcoin

Ashalim Power Station
Oben: Sonnenkraftwerk von Ashalim, 260 Meter hoch, in der Wüste von Negev

Kryptowährungen zu erzeugen und aufrechtzuerhalten erfordert nicht nur spezielle Hardware (ASICs), sondern auch entsprechend Energie.

Von daher war es im Medien-Boom-Jahr zum Thema Kryptogeld, 2017, fast logisch, dass sich diverse Medien um den Energiehunger von z.B. Bitcoin große Gedanken machten.

Wissenschaftlich waren diese Berichte nie, jedoch populistisch, zumindest jedoch polemisch: sie reichten von dem „Energieaufwand mittelgroßer Länder“ (NY Times), über „bis 2019 dem Stand der gesamten USA“ („weforum“) bis zu „Bitcoin wird alleine dafür verantwortlich sein die globale Erderwärmung über 2 Grad zu drücken“ (Nature).

Irgendwann danach kam dann, zum Glück, die IEA, zu deutsch Internationale Energieagentur (Frankreich). Und die haben sich tatsächlich die Mühe gemacht den Energieaufwand für Bitcoin wissenschaftlich zu untersuchen. Zum ersten Mal überhaupt. Einfach war es nicht.

Das Ergebnis lässt sich hier nachlesen (englisch): https://iea.org/newsroom/news/2019/july/bitcoin-energy-use-mined-the-gap.html.

Erklärt wird zuerst warum und wie eine Technologie wie die Blockchain überhaupt Energie benötigt. Das ist schon ganz gut gemacht und erfordert lediglich zwei kleinere Textpassagen.

Im wichtigsten Abschnitt, „How much energy is bitcoin using today?“, wird geschätzt, pro Jahr liege der Konsum von Energie aktuell bei 20-80TWh oder 0,1-0,3% des globalen Energiehungers.

Klingt nach nicht viel, vergleichbar mit dem Äquivalent bis dreifachen des Landes Irland zum Beispiel. Oder dem 1,5-fachen, was E-Fahrzeuge im Jahr 2018 global verbrauchten.

Der IEA gelingt auch hier wieder sehr gut das in zwei mittelgroße Diagramme zu pressen. Und tatsächlich zeigt hier die Kurve nach oben. Bei diesem berechneten Verbrauch wird es zukünftig also nicht bleiben.

Doch wie kommt die IEA überhaupt zu einem Ergebnis?

Auch das war alles andere als einfach, mussten hierfür nämlich Quellen angezapft werden, die es erst seit 2017 so gab.

Diverse Methologien werden von unterschiedlichen Anbietern entwickelt, die nahezu alle in Konkurrenz zueinander stehen. Und auch noch unterschiedliche Herangehensweisen haben, die oft zu ungenau sind. Innerhalb des Zeitraums 2017 bis 2019 reden wir schon von einem Dutzend. Unmöglich hier als Technologiebegeisterter oder gar als Laie den Überblick zu behalten.

In einem weiteren wichtigen Abschnitt, „Comparing methodologies“, werden diese im Detail untersucht. Hierbei zeigt sich erneut, dass das gelieferte Ergebnis dennoch mit Vorsicht zu genießen ist und auch warum.

Wie man nachlesen kann, und das zum ersten Mal überhaupt wissenschaftlich untermauert, ist etwas dran am Energiehunger von Bitcoin. Klaro. Sensationalistischen Meldungen schiebt die IEA jedoch mit den Untersuchungen hier definitiv einen Riegel vor (Beispiel oben: „Nature“).

Es wird mehr Untersuchungen, auch von anderen Energiebehörden oder wissenschaftlichen Einrichtungen wie Universitäten brauchen, um das alles im Auge zu behalten zum einen, als das auch weiter granular aufdröseln können zum anderen.

Und nie vergessen: von den derzeit allein auf CoinMarketCap gelisteten 4836 Kryptowährungen wurde bislang nur Bitcoin dermaßen intensiv wissenschaftlich auf Energiekonsum untersucht. Wir stehen hier nach wie vor am Anfang und werden uns von solchen Meldungen wie oben gelistet die nächsten Monate und Jahre wohl leider noch nicht komplett verabschieden können. Doch immerhin ist es ein Anfang, auf den aufgebaut werden kann (und sollte).

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Die Herkunft des Begriffs „Shitcoin“

Namecoin_WikipediaEintrag
Hält den Titel seit April 2011: „Namecoin“, der allererste „Shitcoin“

Eigentlich ist es sehr naheliegend, alle alternativen Währungen von Kryptogeld als Shitcoin zu bezeichnen: es reimt sich zu einfach auf Bitcoin.

Tatsächlich aber gibt es zu diesem Begriff eine Geschichte, die sich in Zeiten von digitalen, omnipräsenten Medien heutzutage leicht zurückverfolgen lässt.

Es war im November 2010, als im heute bereits legendären Onlineforum bitcointalk.org über potenzielle Nachahmer diskutiert wurde. Dort tauchte auch ein Beitrag eines Users namens ribuck auf: https://i.redd.it/lnz8dtxhexn31.jpg.

Folgt man dem Link hier, führt dieser zu einem Screenshot des Beitrags, in dem am 8. November 2010 der Begriff das erste Mal überhaupt schriftlich erwähnt wird – die Geburtsstunde des Shitcoin.

Damals war man sich noch nicht sicher, ob die Idee von Kryptowährungen Anklang finden würde, schließlich war Bitcoin da in nutzbarer Form noch keine zwei Jahre alt. Spekuliert wurde über das sehr menschliche Verhalten namens Gier und dass es wohl sehr wahrscheinlich sein würde, würde das Konzept des Bitcoin erst einmal richtig Fahrt aufnehmen, es auch viele Nachahmer und Kopisten nach sich ziehen würde. Getreu nach dem Motto: „get rich quickly“.

ribuck brachte spaßeshalber auch gleich die ersten Namen dieser Alternativwährungen ins Spiel: Gitcoin. Nitcoin. Titcoin. Und am Ende der Auflistung eben, den heute berühmten Begriff Shitcoin.

Wie wichtig dieser Beitrag werden würde, sollten wir erst Jahre später erfahren: Namecoin, veröffentlicht April 2011, hält offiziell den „Ehrentitel“, der erste Shitcoin der Kryptogeld-Geschichte zu sein. Im Oktober des selben Jahres wurde Litecoin publik und verdient sich hier die Silbermedaille.

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Seltenes Interview mit Charlie Lee, dem Erfinder von Litecoin

Charlie Lee ist nicht nur Erfinder der Kryptowährung Litecoin, sondern auch Informatiker, Ex-Google-Mitarbeiter, ehemaliger Student des renommierten MIT, Ex-Mitarbeiter der Kryptobörse Coinbase, und jemand, der nicht gerne Interviews gibt.

Umso erfreulicher, dass er sich jüngst persönlich zu Litecoin und Bitcoin geäußert hat! Exklusiv wollen wir die besten Passagen übersetzt hier wiedergeben.

Litecoin Logo3D

Unabhängig davon, dass „Kryptowährungen die beste Form von Geld aller Zeiten“ seien, reißt er darin auch alte Wunden wieder auf: gemeint ist das Skalierungsproblem von Bitcoin, das dazu führt, nur maximal drei bis sieben Transaktionen pro Sekunde zuzulassen. Kritiker werfen hier oft die Messlatte etwa von VISA ein. Hier sind theoretisch zwischen 2.000 und 56.000 pro Sekunde möglich. Lee meint dazu: kein Problem! Denn Bitcoin konkurriere auch gar nicht mit VISA direkt, sondern eine oder zwei Stufen höher mit Banken und Finanzinstitutionen selbst. Ein wichtiger Punkt, wie wir finden. Und wie groß der Gedanke bei der Erfindung des Bitcoin vor 11 Jahren war.

Vorteile sieht er wohl in der geringen Transaktionszeit und der geringen Höhe der Gebühren bei sehr großen Transaktionen; ein Umstand, dem der Daily User so gut wie nie begegnen dürfte. Auch ist ein Rückgängig machen nicht mehr möglich, was Lee hier als Vorteil sieht.

Lässt man den Aspekt der Transaktionen außer Acht, betrachtet den Bitcoin also als Wertanlage etwa wie Edelmetalle, dann könne man auch perfekt sehen, wie gut die Idee in der Praxis, entgegen vieler „Altcoins“, bereits heute funktioniere. Und: Gold habe derzeit eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden US-Dollar. Genug Raum für Wachstum für den Bitcoin, der hier noch um das 30-50-Fache darunter liege.

Wie immer wieder gerne erwähnt in der heutigen Zeit lässt Charlie Lee auch den disruptiven Charakter von Kryptogeld nicht links liegen. Zusätzlich zu den oben erwähnten „echten Wettbewerbern“ wie Banken fällt die Bemerkung, FIAT-Geld sei etwas, das einem nicht gehöre. Man könne es nicht „für Sachen verwenden, weil Regierungen sagen, du darfst das nicht.“ Auch es in Umlauf zu bringen sei „faktisch unmöglich“ gemacht worden. Dass man diesen Gedanken leicht missbrauchen könne, zeigt er in einem Beispiel und erwähnt das Schließen dreier Online-Poker-Websites vom April 2011. Die Betreiber kamen ins Gefängnis mit Verdacht auf Geldwäsche und Bankenbetrug. Lee meint dazu, Konkurrenten hätten sich hier wohl ungern die Umsätze abschöpfen lassen durch FIAT-Geld-betriebene Poker-Websites und erwähnt gar ein Lobbygruppe oder „Casinos aus Las Vegas“ direkt, wobei er hier konkrete Namen schuldig bleibt. Diese Problematik wäre durch Kryptgeld wohl erspart geblieben. Dabei fällt ein wichtiges und richtiges Zitat, das wir hier gerne in voller Länge wiedergeben wollen:

„I see cryptocurrency as freedom of money. Compared to the internet, for example, which is freedom of information. Cryptocurrency frees people’s money“

Was als Konzept mächtige Gegner hat wie Banken und Regierungen (oder Casinos), führt natürlich unweigerlich zu der Frage, ob Kryptowährungen unter dem Strich einen Nutzen für die Gesellschaft haben. Schließlich unterliegen Regulierungen des Geldes auch einem bestimmten Sinn, wo wir selbst von kryptogeld.io einhaken wollen: der Satz never change a running system kommt auch nicht von irgendwo her und wurde durch, oftmals auch harte und kriegerische, Erfahrungswerte gewonnen. Diese Empirie ist bei einem nagelneuen Geldkonzept aus dem Jahr 2008 noch gar nicht anwendbar und muss erst noch durch die Zeit gezeigt werden. Lee ist sich da schon heute sicher, dass die positiven Eigenschaften für die Gesellschaft überwiegen werden, weil „Geld einfach frei sein muss“. Er spricht dabei ganz direkt von einer „Zensur des Geldes“.

Zum Schluss des Interviews gibt es noch Ausblicke in die Zukunft: neben „fundamental neuen Wegen der Transaktion“, die man schon heute nutzen könne, soll primär die Adaption beim Endnutzer im Vordergrund stehen. Wir sehen das so, dass man sich wie bei einer Bankkarte, VISA oder PayPal einfach keine Gedanken mehr darum machen muss, was im Hintergrund passiert. Es soll so zu einem Bestandteil und einer Bereicherung des digitalen Alltags werden. Getreu dem Motto „für die Freiheit des Geldes“ und für Lee sogar Kryptogeld als „Reservewährung“ für praktisch jedes Individuum.

Mit diesen richtigen und wichtigen Gedanken verabschieden wir uns und bedanken uns für’s Lesen,
kryptogeld.io

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Was sind Pump & Dumps?

Sogenannte Pump & Dumps sind eigentlich Betrügereien auf Kosten einer vorher ausgesuchten Kryptowährung. Dabei nimmt der Wert über kurze Zeit sehr viel zu und stürzt kurz danach wieder ab, oft im Laufe eines einzigen Tages und über mehrere Wochen hinweg. Ziel dabei ist es, klar, so billig wie möglich zu kaufen und so hoch wie möglich zu verkaufen. In einer Chart sieht das in etwa folgendermaßen aus:

PumpAndDumpGrafik_von_Hackernoon
Pump-And-Dump-Grafik von Hackernoon

Pump & Dumps kommen in der Kryptogeld-Welt leider immer noch sehr häufig vor. Dieses Problem passiert meist entweder nagelneu eingeführten Währungen oder sogenannten „Shitcoins“; also Altcoins ohne Seriosität oder allgemeinem Nutzen.

Dabei ist diese Art von künstlichem Geschäftemachen eigentlich verboten, zumindest in der Welt der Aktien. Wer wissen will, wie das dort genau funktioniert hat, der kann sich z.B. „The Wolf Of Wall Street“ in einem Internetstream anschauen. Da es vom Gesetzgeber bisher keinerlei Regulierungen für diese Art des illegalen Handels von Kryptogeld gibt, gibt es bislang noch nicht sehr viel, was man dagegen machen kann.

Was wir gegenwärtig bei der Kryptowährung UNO seit Wochen und Monaten sehen könnte genau das sein: die Stabilisierung des Preises wie bei allen anderen Kryptowährungen, egal ob Bitcoin, Ethereum, Monero, etc., findet dort nicht mehr statt. Stattdessen pendelt der Preis permanent, auch oft täglich, von 50-60€ auf über 100€ und wieder zurück. Da wir durch das Minen selbst und zufällig in den Besitz dieser Kryptowährung kamen 2014, sind wir aus der Unterstützung dieser Kryptowährung jüngst ausgestiegen. Wir wissen nicht und können leider auch nicht nachvollziehen, was hier passiert, doch normale Zustände sind das nicht.

Das geht z.B. über Bleutrade; wobei man hier anmerken muss, es geht nur ein Tausch in eine andere Kryptowährung, in unserem Fall eben Bitcoin. Zu Geld machen muss man das wiederum irgendwo anders.

Hier die Faktoren, die wir beachten mussten:

* Preis mehrmals am Tag checken. Das geht z.B. über die bekannte Website CoinMarketCap oder über Apps, wie z.B. Blockfolio
* man braucht bei Tauschbörsen bereits angelegte und bestätigte Accounts
* Glück: man muss sein Verkaufsgebot schon zu einem richtigen Zeitpunkt abgeben und der Käufer muss sein Angebot nach wie vor auf der Website platziert lassen zu einem hohen Verkauf
* ab da muss man sich entscheiden, was man mit der neuen, erhaltenen Kryptowährung machen möchte

Wir finden es ein bisschen schade, dass wir verkaufen mussten, doch außer diese Währung selbst geminet zu haben und dieses Bisschen emotionaler Wert ist uns auch im Jahr 2019 nichts weiter zu „Unobtainium“ übermittelt worden, was außer dem proklamierten Seltenheitswert einen praktischen Nutzen gehabt hätte. Es bleibt Spekulation, doch wahrscheinlich handelte es sich leider auch nur um einen „Shitcoin“, wenn auch einen recht alten.

Übrigens: mitterweile gibt es immerhin Webseiten, die sich auf das Überwachen von Pump & Dumps spezialisiert haben. So z.B. https://pumpdump.coincheckup.com/, die überprüfen, wann ein Anstieg in den letzten 5 Minuten höher als 5% war. Auch das renommierte MIT (Massachusetts Institute of Technology) untersucht das Phänomen, steht mit seinen vielversprechenden KI-gestützten Algorithmen allerdings noch am Anfang: MIT: Crypto Pump-and-Dumps See $7 Million in Volume Every Day, via ccn.com.

Von uns daher eine Empfehlung: solche Entwicklungen nicht groß abwarten, sondern versuchen zu verkaufen, oder zumindest wenig bekannte Altcoins in bekannte, bereits etablierte Kryptowährungen umtauschen.

Augen auf beim Kryptogeld-Tausch und bis bald,
kryptogeld.io

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